Aus dem Nest gefallen…

Ich fühle mich, wie aus dem Nest gefallen – irgendwie.

Seit gestern ist es vorbei – alles geschafft.  Alle Prüfungen mit “sehr gut” bestanden.

Doch es will und will sich keine Erleichterung einstellen. Da ist nichts als Leere.

Begonnen am gestrigen Abend, als ich nach Hause kam, voller Emotionen und Gedanken und ich hier saß und nicht wusste, wohin mit mir.

Die Mädels haben mich schwer beeindruckt – fast jede auf ihre Weise.

Ein rührender Abschied, ein anstrengender Tag.

Die Freunde haben mitgezittert, angerufen, Nachrichten geschickt – per Telefon, per SMS oder in den zwei Foren, in denen ich mich rumtreibe – und doch war es still.

Heute dann noch stiller – nicht das ich mit viel gerechnet hätte, aber so gar nichts – ok – ich habe es registriert.

Es gab nur ein Thema: Kannst Du den Rest der Woche im Büro arbeiten?

Ansonsten: ein Tag wie alles anderen…kein Kommentar, keine Frage.

So ist das, wenn man die Damen getröstet und aufgebaut hat, während ihre Kerle sich bei anderen tummelten, oder sie nach ihren Prüfungen abgeholt hat – mit Sekt selbstverständlich…und so könnte ich es weiterführen. Aber ich hab verstanden – deutlich genug war es ja. Ok – dann setze ich mich jetzt an den Fluß und warte auf die berühmten Leichen, die irgendwann an mir vorüber schwimmen werden.

Eigentlich wünsche ich mir schon fast, dass morgen eine Prüfung kommt – denn dann lehne ich mich zurück und schaue mir das Treiben an…

Ich kann auch anders meine Damen. Glaubt es mir.

Aber was soll`s – es ist nicht einmal die Mähe wert, die Tasten hinunter zu drücken und diesen Text zu schreiben.

Verletzt hat mich etwas anderes gestern. An fast keinem Abend bin ich ganz allein – ausgerechnet aber gestern. Auch von dieser Front nicht einmal die Spur einer Frage danach, wie es war…das hat weh getan. Aber so richtig.

So bin ich nun quasi im Wasser gebaut und fühle mich wie oben beschrieben. Das Fazit – ich springe zurück in alte Strukturen und ziehe mich zurück. Ich kenne mich zu gut, um das nicht zu bemerken, oder mich übertölpeln zu können – aber ich kann es auch nicht ändern. Vielleicht sogar tue ich mir gerade ein wenig leid – aber das darf ja auch mal sein, oder?

~ von ambivalenz - 21/12/2010.

2 Antworten to “Aus dem Nest gefallen…”

  1. Liebe S.,

    zunächst möchte ich Dir ganz herzlich zu den bestandenen Prüfungen gratulieren. In unserem Alter ;-) fällt ja das Lernen bekanntlich nicht mehr ganz so leicht. Umso höher ist Deine Leistung wohl einzuschätzen. Also feiere ruhig ein bisschen. Du hast es Dir verdient. Ich trink ein vituelles Gläschen auf Dein Wohl und Deinen Erfolg. *pling*

    Dieses Gefühl der Leere nach großer Anspannung kenne ich nur zu gut. Mehrmals im Jahr überkommt es mich, nämlich immer dann, wenn ich längerer Zeit mit vollem Einsatz und höchster Konzentration an einem Projekt gearbeitet hatte und dieses dann endlich seinen Abschluss fand. Dagegen hilft weder Anerkennung der Leistung von außen, noch irgendeine Form von Selbstbelohnung. Es ist schlicht und einfach ein Adrenalin-Kater, den man abklingen lassen muss.

    Ich wünsche Dir und Deinen Lieben ein zauberhaftes Weihnachtsfest in verdienter Ruhe und in Harmonie. Und komm mir gut ins neue Jahr!

    Ganz liebe Grüße,
    Z.

  2. Adrenalin-Kater ist ein schönes Wort, lieber Z.
    Vielleicht ist es das – vielleicht aber fehlt mir auch nur ein gutes Betriebsklima ( ich bin ein Herdentier) und ein paar Arme, die mich mal drücken und mir damit das Abschiednehmen vom Adrenalin und den anderen Nestbewohnern einfacher macht…

    Dir und Deiner Familie ein wunderbares Weihnachtsfest!

    Alles Liebe,
    S.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s

 
Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.